Die Altenpflege in Österreich steht vor dem Kollaps und  man sperrt sich gegen den  dänischen Weg

 

Bis zum Jahr 2040 wird sich in Österreich die Zahl der Menschen, die einer leichten bzw. einer schweren Pflegehilfe bedürfen, verdoppeln. Hinzu kommt, dass die Zahl der helfenden Familienangehörigen dramatisch abnehmen wird.  Und wir überfordern dadurch  auch die pflegenden Familienangehörigen bzw. lassen unsere Alten in den Pflegeheimen verkommen.

 

Was ist zu tun?  

(1) Kein gesamtösterreichisches Konzept zur Altenpflege

Zur Altenpflege in Österreich gibt es kein Gesamtkonzept.  Auch nicht für die externe 24-Stundenbetreuung zu Hause.

Man versucht nur, möglichst viel an Altenpflege den Familienangehörigen zu überantworten.  Zum Vergleich dazu: Ein  Heimplatz eines Pflegebedürftigen der Pflegestufe 5 mit einem monatlichen Pflegegeld von € 920,– kostet bis zu € 4.000,– monatlich. D.h. nicht einmal ein Viertel der Kosten wird den Angehörigen abgegolten bzw. steht für die externe Pflegehilfe zur Verfügung, wenn man die horrenden Kosten in den österreichischen Pflegeheimen zum Vergleich heranzieht.

Die 5  Sterne für Österreich Partei fordert bei der Altenpflege ein einheitliches Bundeskonzept mit gemeinsamen Mindeststandards und Personalschlüsseln.

 

  • (2) Es gibt zu wenig qualifiziertes Pflegekräftepersonal

Es gibt zwar einen steigenden Pflegebedarf, aber aufgrund  der Vergreisung unserer Gesellschaft kommt es zu einem sinkenden Pflegepotenzial.

Und die „Kinderärzte“ aus Syrien bzw. die „Physiker“ aus Afghanistan, die als Flüchtlinge zu uns kamen, werden schwerlich diese demografische Lücke schließen können.

Statistisch gesehen darf derzeit ein über 80-jähriger auf die Unterstützung von 4,9 Familienangehörigen hoffen, 2040 werden nur mehr 2, 2  potenzielle  Pflegepersonen zur Verfügung stehen.

In diesen immer noch allzu sehr optimistischen Berechnungen werden die kinderreichen Migranten hinzugezählt, die immerhin 20 %  der österreichischen Bevölkerung und über mehr als  40 % der Wiener Bevölkerung umfassen.  

Einen „theoretischen“   Ausweg aus dieser Misere bietet der Einsatz von Pflegekräften aus Osteuropa, wenn man an der Hauspflege festhalten will.

Laut Presse vom 8. 10. 2017 sind über 50.000,–  Pflegekräfte – vornehmlich aus der Slowakei und Rumänien – in Österreich im Einsatz.

Ungefähr 600  –  osteuropäische und   österreichische –  Agenturen kämpfen um diesen mehrere hunderte Millionen Euro großen Kuchen jährlich.

In Österreich muss zwar das Gewerbe zu Altenpflege  angemeldet werden. Aber es gibt  keinerlei Kontrollen danach.

Die Pflegekräfte sind oft der deutschen Sprache kaum mächtig und ihre „fachlichen“ Qualifikationen wurden nur in einem Schnellkurs erworben.

Hinzu kommen geschätzte 20.000 „freischaffende“ Pflegerinnen (vornehmlich aus Rumänien),  die mit gefälschten Zertifikaten, die um € 150,– wohlfeil zu erwerben sind, ihre Pflegedienste anbieten.  Das „Zertifikat“ wurde dann mit einem Kartoffelstempel  autorisiert. (Kurier, 22. 9. 2017).

Die „5 Sterne für Österreich – Partei verlangt daher:

  • Stichprobenartige Kontrollen der Agenturen in ihrem Heimatland.

  • Stichprobenartige Kontrollen der Pflegekräfte bei ihrem Einsatz in den österreichischen Privathaushalten.

  • Private Altenpflege in Österreich soll ein reglementiertes Gewerbe – mit Überprüfungen der Qualifikationen (Mindeststandards) der ausländischen Pflegekräfte – werden. 

  • Dieses von den „5 – Sternen – für –  Österreich“ vorgeschlagene Maßnahmenbündel würde die Ausgaben der Angehörigen bzw. der zu Pflegenden nicht über Gebühr erhöhen und dient letztlich der Sicherheit und Qualitätsverbesserung.  Es gibt  nämlich eine völlig aberwitzige  Berechnung, dass für eine 24-Stundenbetreuung mit qualifizierten Pflegekräften in einem Angestelltenverhältnis (zwei bis drei Arbeitskräfte pro  Pflegefall schätze ich) ungefähr € 8.000 monatlich zu veranschlagen wären.  Die ausländischen Pflegekräfte sind daher unersetzbar!

 

  • (3) Es gibt keine Kontrolle der Pflegeheime durch unabhängige Institute

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen (noch?) dürfen zwar für die Pflegedienste in den Pflegeheimen bezahlen, ohne dass ihnen ein Kontrollrecht über deren Qualität eingeräumt wird.

 Es gibt auch keinerlei externe Evaluierung der Pflegeheime, z. B. durch „Mystery Shopping“. Dadurch könnte man aber die oft katastrophalen Zustände in den gewinnorientierten privaten wie auch in den öffentlichen Pflegeheimen, wo die Situation oft um keinen Deut besser ist,  aufdecken. Von der „5 – Sterne für Österreich Partei“ wird ein Stichproben orientiertes  Mystery Shopping in den österreichischen Pflegeheimen eingefordert, das aber von unabhängigen Instituten durchzuführen ist. 

Unter „Mystery Shopping“ versteht man,  dass Testpersonen  – als Konsumenten – Handelsgeschäfte aufsuchen, um mithilfe eines standardisierten Erhebungsbogens Verkäufer, Produkt, Laden  etc. zu beurteilen. 

Bei  einer Evaluierung  von  Altersheimen mittels der Methode des „Mystery Shopping“  wären es  dann in erster  Linie die Familienangehörigen  von Pflegefällen bzw. von Bewohnern von Seniorenheimen, die dann als Tester fungieren. 

 

 

  • (4) Erhöhung der Personalschlüssel in den Pflegeheimen

  1. Erhöhung der Personalschlüssel in den Pflegeheimen, sodass eine menschenwürdige Betreuung unserer alten Menschen möglich ist.

  2. D.h. mehr qualifiziertes Pflegepersonal und Hilfskräfte. Vor allem muss eine bundeseinheitliche und öffentlich nachvollziehbare Personalplanung – nach den einzelnen Pflegestufen differenziert – des während der Tageszeit und vor allem während der Nachtstunden  aktiven Pflegepersonals erstellt werden. Wobei hinzuzufügen ist, dass die Nachtruhe im Regelfall zwischen 18:00 und 7:00 gilt. So kommen in den Nachtstunden oft nicht mehr als zwei Pflegekräfte auf mehr als 100 oder lediglich eine Kraft auf ungefähr 50 Patienten. 

Je niedriger die vorgeschriebenen Personalschlüssel, desto höher die Rendite bzw.  desto niedriger die notwendigen  Zuschüsse durch die öffentliche Hand.

Und zudem eine bundesweite einheitliche Regelung tut not. Ein alter Mensch in Kärnten muss genauso viel wert – wie anderswo in Österreich – sein.

 

  • (5 ) Mehr qualifiziertes Pflegepersonal

In Belgien kommen auf 1.000 Einwohner 10,8 diplomierte Pflegerinnen, in Deutschland 9,5, aber in Österreich nur 5,6.

Die „5 Sterne für Österreich – Partei“ fordert daher:

  • Errichtung einer eigenen österreichischen Altenpflegeakademie mit Hochschulabschluss

  • Errichtung von drei- bis fünfjährigen Lehranstalten für die Altenpflege- analog zur Kindergartenpädagogik

 

  • (6) Der dänische Weg in der Altenpflege

In Österreich ist die Altenpflege zu Hause der Regelfall.

80 % der Pflegebedürftigen werden in Privathaushalten (das sind 570.000 Haushalte in Österreich) versorgt.

Dabei sind  die Angehörigen  oft vielfach überfordert.

Oder man schiebt einfach Oma und Opa in Pflegeheime ab, wo in vielen Fällen Vernachlässigungen oder sogar Misshandlungen auf  sie warten, weil man auch diesen Zweig weitgehend privatisiert hat, um den Gewinn zu maximieren, oder man ist  einfach in den öffentlichen Pflegeheimen personalmäßig chronisch unterbelegt und daher auch dementsprechend frustriert.

Die „5 Sterne für Österreich – Partei“ fordert daher den dänischen Weg!

In Dänemark ist nämlich alles anders!

Dort gibt es überhaupt  keine Altersheime mehr!

Stattdessen leben die Senioren – von Heimhelfern und Krankenpflegern umsorgt – in eigenen kleinen Wohnungen in den Seniorenwohnanlagen.

Und dieses Konzept läuft in Dänemark bereits  seit 25 Jahren!

In Dänemark schätzt und ehrt man noch jene, die oft ein Leben lang für die Gesellschaft tätig waren.

Mehr noch: durch neue Wege gemeinsamen Wohnens im Alter ist Dänemark darauf bedacht, dass auch der Lebensabend noch lebenswert und nicht nur ein bloßes  Warten auf den Tod wie in Österreich verbleibt.

 

Kann sich  aber Dänemark dieses Modell der Altenbetreuung auch leisten?

Aber Ja: Sie gingen nämlich in der Flüchtlingspolitik andere Wege als Österreich!

Zur Erinnerung: Jährlich muss unser Land zwei Milliarden Euro allein für die Flüchtlingsbetreuung aufbringen, die allerdings dann bei der Senioren – Betreuung und auch anderswo fehlen.

Aber  auch Österreich muss  diesen dänischen Weg beschreiten!

Die „ 5 Sterne für Österreich – Partei „ wird  wirklich alles daran setzen, dass in Österreich – und vor allem in Wien – diese für unsere alten Menschen einzige und  wirklich würdige Form, den Lebensabend zu verbringen, Wirklichkeit werden kann. 

 

 

Lesen Sie dazu einen Bericht über das dänische Alten-Wohnmodell in der Berliner Zeitung:

http://www.berliner-zeitung.de/daenemark-jedem-sein-zuhause-3807370

 Und es wird auch kein Weg an einer österreichweiten öffentlichen Pflegeversicherung, die analog zum  Beitrag für die Arbeitslosenversicherung von Dienstnehmern und Dienstgebern  einzuheben ist, vorbeiführen. Voraussetzung hierfür ist aber Senkung der Lohnnebenkosten  bei den unteren und mittleren Einkommensklassen.

Siehe dazu den Vorschlag der „5 – Sterne -für – Österreich“ zur Reform des österreichischen Sozialsystems als eigener Blogbeitrag: Bitte, klicke an !

Drohende Unfinanzierbarkeit des österreichischen Sozialsystems

 

Österreich wird immer älter und die Pflegekosten steigen und steigen. 2050 werden bereits fast 12 % der österreichischen Bevölkerung über 80 Jahre alt sein (2015  5 %). Nur die Kosten für das Pflegegeld werden sich in den nächsten Jahren verdoppeln: von derzeit 2,5 Milliarden € auf 4,2 Milliarden €.  (Wailand Kronenzeitung, 1. November 2017).  

 

Wenn Sie sich darüber oder auch über die anderen großen politischen Fragen in unserem Land etwas genauer informieren wollen, dann sollten Sie die Programmbeschreibung zu den „5 Sternen für Österreich “ lesen, die als pdf-File vorliegt.

http://5-sterne-oesterreich.at/wp-content/uploads/2017/09/Broschüre-4-der-5-Sterne-3.10.2017.pdf

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Die neoliberalen Folgen in der Altenpflege zeigt sehr nachdrücklich  der schwedische Film „Ein Mann namens Owe“. Dazu ein kurzer Trailer.

 

 

 

 

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