Volksbegehren 2022 – Rettung unserer Sparbücher mit einem eigenen Sparbuch „Austria A“

A. Warum 2022 ein Volksbegehren zur „Rettung unserer Sparbücher“?

Hohe Inflationsraten sind in Österreich nichts Neues. Beispielsweise lag im Jahr 1974 der Verbraucherpreisindex (die Inflationsrate) bei 9,5 Prozent „per annum“.

Aber wir hatten damals noch unseren Schilling („Alpendollar“ liebevoll genannt), die Regierung Kreisky sowie eine unter der Leitung des ehemaligen ÖVP-Finanzministers, Stephan Koren, unabhängige Nationalbank, die energisch dagegen steuerte, worauf in den Jahren zwischen 1970 – 1974 Nominalzinsen fast in der gleichen Höhe auf die täglich fälligen und sogar darüber auf die gebundenen Spareinlagen gewährt wurden.  

Der Nominalzinssatz auf täglich fällige Sparguthaben lag im Dezember 1974 auf satten fünf Prozent, für die gebundenen Spareinlagen war er dann dementsprechend höher.

Da die Inflationsraten in all diesen Jahren nicht immer so hoch waren, konnten sich die Sparer über Realzinsgewinne (Sparzinsen minus Inflationsrate) von mehreren Prozentpunkten erfreuen.

2022 – ungefähr 50 Jahre später – steuern wir wieder auf eine Inflationsrate in einem historischen Ausmaß zu. Eine Inflationsrate im zweistelligen Bereich erscheint nicht mehr abwegig.

Dies führte aber bisher nicht dazu, dass die Europäische Zentralbank(EZB) die Leitzinsen massiv über die Null-Prozent-Marke anzuheben gedenkt. Marginale Erhöhungen kosmetischer Natur sind aber für Juli und September 2022 zu erwarten.

Derzeit beträgt – laut Auskunft der Oesterreichischen Nationalbank und mit Stand März 2022 – der Zinssatz für täglich fällige Spareinlagen 0,1 Prozent. Ein Fünfzigstel des Wertes von 1974. Dies kommt einer kalten Enteignung der Sparguthaben gleich!

Daher hat der gemeinnützige 5-Sterne-für-Österreich-Verein beim Bundesministerium für Inneres einen Antrag zum Einleiten eines Volksbegehrens „Rettung unserer Sparbücher“ eingebracht.

Mit Stand Mitte Juni 2022 haben bereits 29.500 Personen eine Unterstützungserklärung abgegeben.

Bitte, gehen Sie auf Ihr Bezirks- bzw. Gemeindeamt, wo Sie wahlberechtigt sind, und leisten Sie eine Unterstützungserklärung.   

Sie müssen dort nur den Titel des geplanten Volksbegehrens „Rettung unserer Sparbücher“ nennen, sich mit einem Lichtbildausweis legitimieren und die Unterschrift leisten. Eine Bestätigung mit dem Text des geplanten Volksbegehrens wird Ihnen dann ausgestellt.

Mit einer Handy-Signatur bzw. einer Bürgerkarte kann die Unterstützungserklärung auch im Internet geleistet werden.

Unterstützungserklärungen können zwar bis zum 31. Dezember 2022 abgegeben werden. Es ist aber geplant, im Oktober oder November 2022 das Volksbegehren einzuleiten – sofern die 100.000 Grenze an Unterstützungserklärungen erreicht ist. Erst 100.000 Unterschriften machen eine Behandlung im Parlament erforderlich.   

Und ermuntern Sie auch Ihre Familienangehörigen, Ihre Verwandten und Freunde Ihrem Beispiel zu folgen. Sie tun sich letztlich auch selbst etwas Gutes!

Dieses sehr günstige Sparangebot, Sparbuch „Austria A“, gilt auch für alle gemeinnützigen Vereine und Organisationen des Landes. Die meisten gemeinnützigen Organisationen haben nämlich die Rechtsform eines Vereines gewählt.

Wenn Sie daher einen solchen Verein bzw. eine solche Organisation unterstützen oder dort sogar mitarbeiten, dann haben Sie einen weiteren Grund, eine Unterstützungserklärung abzugeben

Die Unterstützungserklärungen werden dann zum endgültigen Ergebnis hinzugerechnet. Es bedarf somit keiner zweifachen Abgabe der Unterschrift.

B. Alles wird teurer! Spüren Sie es auch?

Ein paar Beispiele zu den größten Preistreibern zwischen März 2021 und März 2022: Dieseltreibstoff (+ 55 %), Superbenzin (+ 45 %), Gas (+ 79 %), Heizöl extra leicht (+ 119 %), Strom (+ 65 %), Flugpauschalreisen (+ 13 %), Bohnenkaffee (+18 %), Tomaten (+ 11 %), Butter (+ 21 %) und Weißbrot (+ 13%) (Statistik Austria). Diese Liste ließe sich fast beliebig fortsetzen. Und die Preise sind in der Zwischenzeit weiterhin rasant angestiegen.

Von den zu erwartenden Lohn- und Gehaltserhöhungen im heurigen Jahr von vier Prozent und mehr ganz zu schweigen.

Was konnten uns aber die Experten von Statistik Austria dazu sagen? Ihre Antwort darauf war eindeutig: Im Mai dieses Jahres betrug der Verbraucherpreisindex geschätzt plus acht (!) Prozent

Der Warenkorb des Verbraucherpreisindexes (VPI) der Statistik Austria, der zur Berechnung der allgemeinen Inflation herangezogen wird, bildet aber das tägliche Leben der Menschen nicht wirklich ab. Da sind beispielsweise auch Flugreisen, Möbel, Elektrogeräte usw. enthalten.

Das Preisniveau des Miniwarenkorbes, der einen wöchentlichen Einkauf repräsentiert, und neben Nahrungsmitteln auch Dienstleistungen (beispielsweise Restaurantbesuch) und Treibstoffe enthält, ist aber doppelt so hoch wie der allgemeine Preisindex: + 14,4 Prozent im April 2022.

C. Wiederkehr der Inflation, um auch zu bleiben

Es gab bereits 2021 gewichtige Stimmen, die davor warnen, den Inflationsturbo als vorübergehend einzustufen.

Larry Summers, ehemaliger US-Finanzminister und Wirtschaftsberater mehrerer US-Präsidenten, glaubte bereits vor einem Jahr, dass die Inflationsrisiken in den USA total unterschätzt werden.

Dieser Ansicht schloss sich damals auch Prof. Volker Wieland, Wirtschaftsprofessor an der Universität Frankfurt/Main an: „ Der Blick in die Geschichte lehrt, dass hohe Staatsschulden häufig mit steigender Inflation einhergingen.“

Die Chefökonomin der Weltbank, Carmen Reinhart, warnte  auch bereits 2021 in einem Interview mit der NZZ vor der Wiederholung der ständig gleichen Fehler.

Zu diesen historisch verbürgten Irrtümern gehört, negative Schocks als vorübergehend und positive als dauerhaft anzusehen.

Reinhart sprach auch davon,  dass sich die Corona-Krise von der Finanzkrise des Jahres 2008 in zwei Punkten essentiell unterscheidet:

a. Bei der Corona-Pandemie kam es im Gegensatz zur Finanzkrise 2008 zu einem Angebotsschock, der mehr an die 1970er Jahre des vorigen Jahrhunderts mit der Knappheit von Erdöl erinnert. Damals betraf es  aber nur ein Produkt. Heutzutage ist die Situation ungleich diffuser: Lieferengpässe, Rohstoffknappheit, Energiekrise, Ukrainekrieg u.a.m. Und sie trifft fast alle Wirtschaftssektoren gleichermaßen.

b. Das Volumen und die Dauer der monetären Expansion der Notenbanken sind diesmal ungleich größer als 2008.

Der Chef der US-Notenbank (FED), Jerome Powell, hat sich noch bis zum Frühsommer 2021 um Optimismus bemüht. Inzwischen hat aber in den USA ein Umdenken eingesetzt. Eine sogar drastische Erhöhung der Leitzinsen in den USA durch die FED wurde bereits – 2022 – eingeleitet.

D. Die etwas andere Position der Frau Präsidentin der EZB

Christine Lagarde, Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), sieht dies aber alles anders:

„Einige Einflussfaktoren dürften bald wieder verschwinden, etwa preistreibende Effekte, die sich aus gestörten Lieferketten ergeben“. Des Weiteren wird der massive Preisanstieg im heurigen Jahr als vorübergehend eingestuft.

„Eine vorzeitige Straffung der Geldpolitik zum jetzigen Zeitpunkt könnte auch die Genesung der Wirtschaft im Euroraum gefährden und Arbeitsplätze kosten.“  So die Einstellung von Christine Lagarde 2021.  (DER SPIEGEL, Nr. 41/ 9. 10. 2021) Und diese hat sich seither nicht wesentlich geändert.

Dieses sehr einseitige und beharrende Urteil der Präsidentin der EZB hat durchaus seine handfesten Gründe: 

(1) Höhere Zinsen für Staatsanleihen brächten für Athen, Paris und Rom einen enormen Druck, wenn die Leitzinsen erhöht werden. Vielen Eurostaaten – vor allem den Südstaaten (und dazu zählt auch Frankreich) – kämen höhere Zinssätze der EZB mittel- und langfristig teuer zu stehen. Sie  könnten sich diese einfach nicht mehr leisten. Dies wissen auch Lagarde und die EZB!

(2) Es verstärkt sich der Eindruck. dass die EZB mit ihrer Nullzinspolitik bewusst die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten in der EU in Kauf nimmt, um marode EU-Staaten vor dem Staatsbankrott zu retten.

(3) Die EZB ist daher nur allzu bereit (es bleibt ihr eigentlich gar nichts anderes übrig), Inflationsraten bis hin in den zweistelligen Bereich zuzulassen. Die EZB entfernt sich damit immer mehr vom Prinzip der Preis- bzw. Geldwertstabilität.

E.  Wen trifft die Inflation?

Die Preise steigen und steigen weiterhin, weltweit. Jegliche Inflation ist unsozial und auch ungerecht. Sie trifft in erster Linie die Armen und die Sparbuchbesitzer. Staaten, Unternehmen und auch Privatpersonen als Schuldner profitieren davon. Das ist historisch belegbar.

In den einkommensschwachen Haushalten machen die lebensnotwendigen Ausgaben den größten Teil des monatlichen Budgets aus. Beispielsweise müssen bei einem monatlichen Nettoeinkommen von € 1.500,–  50 Prozent für Miete, Strom und Heizung ausgegeben werden. Besserverdienende hingegen nur 30 Prozent.

Die Inflation zerstört auch die bürgerliche Ordnung, wenn nicht dagegen angekämpft wird. So schrieb Stefan Zweig 1942 in seinem Buch „Die Welt von Gestern“ „Nichts hat das deutsche Volk so erbittert, so hasswütig und so hitlerreif gemacht wie die Inflation.“

Jegliche Inflation vernichtet früher oder später die Sparguthaben, wenn nicht darauf mit einer Erhöhung Sparzinsen reagiert wird.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebte bisher eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Selbst diese an sich moderate Inflationsrate führte in den letzten zehn Jahren bei einer gegebenen Nullzinspolitik der EZB zu einem Kaufkraftverlust von 18 Prozent.

Mit anderen Worten: 2021 habe ich verglichen mit 2012 für 100 Euro nur mehr Waren und Dienstleistungen im Wert von 82 Euro erhalten.   

Mit einer Nullzinspolitik der EZB werden vor allem die „kleinen“ Leute bestraft, die nicht auf andere Sparformen ausweichen können.

Die nunmehr folgende Aufstellung vermittelt eindrucksvoll die Kaufkraftverluste bei zwei, fünf und bei acht Prozent jährlicher Inflation: Wieviel sind 100 Euro nach zehn oder zwanzig Jahren noch wert?    

Dabei erweist sich eine jährliche Inflationsrate von acht Prozent – bei einer gegebenen Nullzinspolitik der EZB – als ein Brandbeschleuniger ersten Grades: Halbierung  der Sparguthaben innerhalb von nur zehn Jahren.

F. Zweimal eine sehr hohe Inflation – 1974 und 2022, aber unterschiedliche Reaktionen der Nationalbanken

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat viel an Glaubwürdigkeit verloren.

Während die Inflation bereits Ende 2021 steil nach oben schoss, verlangte Christine Lagarde, die Präsidentin der EZB, neue Daten. Mit dieser Verzögerungstaktik nährte sie lediglich den begründeten Verdacht, dass günstige Zinsen für die überschuldeten Südstaaten (und dazu zählt auch Frankreich) wichtiger als niedrige Inflationsraten sind, wiewohl eine Preisstabilität zu den Kernaufgaben der EZB zählt.

Es kam auch zu einem Rollentausch zwischen der EZB und den einzelnen Nationalstaaten:

  • Die Finanzminister in vielen Euro-Ländern müssen sich um die Inflation sorgen, die eigentlich Kernaufgabe der EZB wäre.
  • Während die EZB hingegen die Solvenz (Zahlungsfähigkeit) der Südstaaten im Blickfeld hat.

Die Parallelen mit den 1970er Jahren des vorigen Jahrhunderts sind nicht zu übersehen:

Bereits zehn Jahre vor dem „Ölschock“ haben der Vietnamkrieg und die exzessiven Sozialprogramme der Regierung Lyndon B. Johnson einen enormen Finanzierungsbedarf entwickelt. Daraus resultierte ein enormer Druck auf die amerikanische Notenbank, Federal Reserve System (FED), hinsichtlich niedriger Zinsen.

Auch heute – mehr als fünfzig Jahre später – ist die Verschuldung enorm. Zwischen 2019 und 2021 ist in den USA die Staatsschuldenquote um 24 Prozent – von 109 Prozent des BIP 2019 auf 133 Prozent des BIP 2021 – gestiegen. Am stärksten von allen 16 von uns untersuchten Ländern.

Damit ist aber noch nicht die neuerliche Verschuldung im heurigen Jahr – 2022 – im Zuge es Ukraine-Krieges angesprochen.

Während aber die USA-FED ungefähr zehn Jahre brauchte, um die Inflation  durch eine nachhaltige Erhöhung der Leitzinsen wieder auf einen stabilitätskonformen Wert zu drücken, haben in Europa die Deutsche Bundesbank, aber auch die Österreichische Nationalbank prompt mit einer deutlichen Erhöhung der Leitzinsen – und damit verbunden der Sparzinsen – reagiert. So betrugen 1974 die Sparzinsen stolze fünf Prozent p.a. auf täglich fällige Spareinlagen, bei einer gegebenen Inflationsrate von 9,5 % im Dezember 1974. 

Die hohen Sparzinsen sicherten in den 1980er Jahren täglich fällige Spareinlagen vor Kaufkraftverlusten ab und bescherten Realzinsgewinne auf längerfristig gebundene Sparguthaben

Allerdings währte in Österreich die Inflation mit eindrucksvollen jährlichen Raten bis zu fünf und zehn Prozent und unterschiedlichem Verlauf ungefähr zehn Jahre, von 1972 – 1982. 

Die Folgen dieser restriktiven Geldpolitik sollen auch nicht verschwiegen werden. Es kam damals zu einem massiven Wirtschaftseinbruch, der erst Jahre später wieder aufgeholt wurde. Die Inflation wurde auf Kosten einer Rezession besiegt. Aber die Sparer wurden geschützt!

Eine Rezession – vielleicht sogar eine Stagflation (Inflation und Rezession gleichzeitig) ist für die EURO-Zone nicht auszuschließen. So oder so: Unsere Sparguthaben wurden und werden diesmal nicht geschützt!

G. Inflation und Sparzinsen

Eine hohe Inflation muss nicht zwangsläufig Sparguthaben vernichten. Wie es auch sein kann, dass selbst eine moderate Inflation wie die von der Europäischen Zentralbank gewünschten zwei Prozent langfristig die Sparguthaben anknabbert.

Entscheidend sind nämlich die gewährten Sparzinsen auf die einzelnen Sparguthaben mit unterschiedlicher Bindungsdauer. 

Die weiter unten angeführte Aufstellung vermittelt eindrucksvoll, dass auch die Europäische Zentralbank (EZB) bis zum Jahr 2009 von dem Bemühen getragen war, die Sparguthaben – vor allem jene mit einer längeren Bindungsdauer – in ihrem Realwert zu sichern bzw. sogar leicht zu vermehren.

H.. Die Sorgepflicht des österreichischen Staates gegenüber seinen Sparern

Unserem Staat obliegt es letztlich, Maßnahmen gegen die schändliche Nullzinspolitik und für eine Geldwertstabilität der Sparguthaben durch die EZB zu ergreifen. Diese widersprächen dann auch nicht dem EU-Recht.

Die einzelnen Facetten dazu sollen mit Hilfe von Zitaten aus dem neuesten Buch, „Geld im Sog der Negativzinsen“, von Paul Kirchhof beleuchtet werden. Dr. Kirchhof war Professor für öffentliches Recht an der Universität Heidelberg und in den Jahren 1987 – 1999 Richter des deutschen Bundesverfassungsgerichtes in Karlsruhe. 

(1) Die Geldwertpolitik der EZB ist nur mehr auf die Staatsfinanzierung finanziell maroder Südstaaten des Euroraumes konzentriert.

„ Wer durch seine Ersparnisse und seine Krisen sowie Altersvorsorge den Staat entlastet, darf fordern, dass die dadurch gewährleistete Stablitäts- und Solidargemeinschaft nicht durch den Zugriff der Schuldnerstaaten verfremdet wird (Paul Kirchhof, S. 28)

(2) Von der Eigentümerfreiheit

„Wenn jedoch durch eine hoheitliche Intervention dem Sparer jede Möglichkeit verwehrt wird, am Markt Einkommen erzielen zu können, sein Spareigentum dadurch ertragsunfähig gemacht wird, so entzieht sie ihm gerade das, was zurzeit seine Eigentumsfreiheit ausmacht.

Dieses Nutzungsverbot wäre eine klare Enteignung, wenn es der öffentlichen Hand Güter beschaffen würde. Daran fehlt es zwar! (Paul Kirchhof, S. 192)

(3) Der verfassungsrechtlich garantierte Schutz der Sparvermögen

„Das Sparvermögen bietet eine individuell gefestigte, gegenseitigen Zugriff Dritter abgeschirmte Rechtsposition. die das Grundgesetz und  die das Grundgesetz und die Europäische Grundrechtscharta als „Eigentum“ gewährleisten. ! (Paul Kirchhof, S. 215). „ Die Eigentumsgarantie des Staates schützt insbesondere gegen die klassischen Eingriffe staatlicher Gewalt und auch Finanzgewalt. (Paul Kirchhof, S.155). Die österreichische Bundesverfassung gewährleistet in Artikel 5  des Staatsgrundgesetzes über die allgemeinen Rechte der Staatsbürger von 1867 (StGG 1867) das Eigentum im Sinn einer Institutsgarantie. „Das Eigentum ist unverletzlich. Eine Enteignung gegen den Willen des Eigentümers kann nur in den Fällen und in der Art eintreten, welche das Gesetz bestimmt.“ Und weiter: „Jede natürliche oder juristische Person hat das Recht auf Achtung ihres Eigentums. Niemanden darf sein Eigentum entzogen werden, es sei denn, dass das öffentliche Interesse es verlangt.“ (entnommen aus WikipediA, Eigentum Österreich).   

(4) Gleichheit  vor dem Gesetz und die jeweiligen nationalen Parlamente sind dafür zuständig

„Das Grundgesetz und die Europäische Grundrechtscharta gewährleisten eine „Gleichheit“ vor dem Gesetz. Die jeweiligen nationalen Parlamente sind dann für die Angleichung zuständig,   (Paul Kirchhof, S. 214)

I. Rettung unserer Sparbücher – ein praktischer Vorschlag

Durch das Einrichten eines eigenen Sparkontos „Austria A“ soll der Kaufkraftschwund privater Spareinlagen zum Teil wieder aufgefangen werden, indem die jährlichen Spareinlagen österreichischer Staatsbürger sowie gemeinnütziger Vereine mit Sitz in unserem Land bis zu € 50.000,– mit bis zur Hälfte der Inflationsrate des Vorjahres (KESt.-frei) von der öffentlichen Hand subventioniert werden.

Die jährliche Verzinsung dieses privilegierten Sparkontos, Sparbuch „Austria A“, setzte sich dann aus dem jährlichen Spareckzinssatz und ungefähr der Hälfte der Inflationsrate des Vorjahres zusammen.

Dies sei an einem kleinen Beispiel veranschaulicht: Mit 2. Jänner 2023 würde dann von den Kreditinstituten unseres Landes das Sparbuch „Austria A“ zu einem Sparzins von vier(!) Prozent p. a. 2023 angeboten. Dieses günstige Zinsangebot bestünde dann aus dem Spareckzinssatz für 2023 von 0,5 Prozent und einer Abgeltung der ungefähren halben Inflationsrate des Jahres 2022 von acht Prozent.

Vier Prozent Inflationsabgeltung entsprächen dann den Sparzinsen  auf täglich fällige Sparguthaben im Jahr 1974.   

Die bei den Kreditinstituten gesammelten Spareinlagen dürfen aber nur – zweckgebunden – für den sozialen Wohnbau eingesetzt werden. Es können dann Darlehen an Organisationen des sozialen Wohnbaues vergeben werden.

Eine solche Maßnahme der öffentlichen Hand, wie vorgeschlagen, würde nicht nur zur teilweisen Rettung unserer Sparbücher führen, sondern wäre für jüngere Generationen auch ein attraktives Angebot, um mit jährlichen Sparbeiträgen fürs Alter und für Eventualitäten des täglichen Lebens vorzusorgen. Ein „Notgroschen“ sozusagen. 

2018 wurden für Österreich in der Datenbank EBA, European Banking Authority, gesicherte Sparguthaben in der Höhe von € 218.733.000.000 ausgewiesen.

Unter Zuhilfenahme bestimmter Annahmen wie Anteil der Sparguthaben an den von der Einlagensicherung garantierten Geldern (50 Prozent), Anteil privater Sparguthaben (50 Prozent) sowie der Hälfte der Einlagensicherung (nämlich € 50.000,– oder 50 Prozent) ließen sich 27,5 Milliarden Euro berechnen, die von einer allfälligen Sparzinsenrückerstattung (Höchststand) betroffen wären.

Berechnung:  0,5 x 0,5 x 0,5 x 220 Milliarden Euro =  € 27,5 Milliarden

Vier Prozent subventionierter Sparzinsen führen dann zu einer jährlichen Budgetbelastung von 1,1 Milliarden Euro bezogen auf den Höchststand von  € 50.000 Sparguthaben. In Frankreich wurden aber auf dem „Livret A“, ein seit 1818 gefördertes Sparbuch,  durchschnittlich nicht mehr als fünftausend Euro eingezahlt. 

D. h. die reale jährliche Belastung wäre  dann nicht höher 110 Millionen Euro. 

Bezüglich seiner Finanzierung sei nur darauf verwiesen, dass sich der österreichische Staat jährlich ungefähr sechs Milliarden Euro an Zinsen für die Schulden der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Gemeinden) erspart, die bei einem Zinsniveau des Jahres 2007 angefallen wären. Und davon profitieren die Euro-Staaten auch derzeit, wenn wieder Schuldenberge angehäuft werden.

Es ist daher nur recht und billig, wenn ein kleiner Teil dieser „windfall“-Gewinne (nicht mehr als zehn Prozent) an jene Bürger rückerstattet wird, deren Sparbücher durch die EZB geplündert wurden und weiterhin verstärkt geplündert werden.

Auf ein weiteres eindrucksvolles Beispiel von „windfall“-Gewinnen, die der österreichische Staat den leidgeprüften privaten Sparern – zumindest teilweise – rückerstatten müsste, verweist Agenda Austria mit ihrer Schätzung, dass die galoppierende Inflation Mehreinnahmen in Milliardenhöhe aus Mehrwert-, Lohn- und Einkommensteuer in die Kassen des  Staates spült. 

Die hier zum Abschluss vorzustellende Broschüre mit Abschnitten wie…

  • von der Freiheit des Geldes,

  • von der Finanzierung der Südstaaten mit billigem Euro-Geld,

  • von der Wiederkehr der Inflation, um auch zu bleiben,

  • von den Folgen einer Inflation,

  • von der Inflationsbewältigung 1974 und 2022,

  • von der Inflation und den Sparzinsen

  • von der Sorgepflicht des Staates für seine Sparer,

  • vom Vorschlag zur Rettung unserer Sparbücher sowie

  • von der Einleitung eines Volksbegehrens …

… veranschaulicht einmal mehr, dass es hoch an der Zeit ist, die kleinen Sparer sowie die gemeinnützigen Vereine in unserem Land vor der weiterhin gehandhabten Nullzinspolitik der EZB und einer galoppierenden Inflation zu schützen.

Bitte, klicken Sie an!

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