Die 5-Sterne-für-Österreich befassen sich nicht nur mit allgemeinen politischen Themen, sondern auch mit solchen des täglichen Lebens.
Heute widme ich mich der Frage, wie unsere Jugend korrumpiert werden kann. Ein solches Verderben hat aber nichts mit Geld oder Sex zu tun. Auch nicht mit der Macht, die ja bekanntlich den Charakter verdirbt.
Von Geld und Sex kann man sich fernhalten, nicht aber von der Macht als Zwang, das Leben frei gestalten zu können. Wenn Du Dich nicht um die Macht kümmerst, dann kommt sie nämlich zu Dir. In der Schule, am Arbeitsplatz, in der Familie und in den sozialen Medien – einfach überall in der Gesellschaft.
Daher muss man sich immer der Macht stellen, vor allem der politischen. Egal, welchen Lebensweg man wählt.
Für das Leben selbst bieten sich mehrere Wege an. Zwei davon sind gut bekannt. Beide führen aber letztlich in Sackgassen.
- Das unmittelbare Leben leben. Alles ist auf den Augenblick ausgerichtet. Konsumieren und Streben nach Geld bestimmen den Alltag. Aber auch tagesaktuelle NO-Future-Aktivitäten wie beispielsweise Demonstrationen
- Rückkehr zu traditionellen hierarchischen Gesellschaften mit ihren ganz klaren Regeln. Man kann sich aber auch an einer lebenswerten Zukunft orientieren. Karriere oder auch ein erfülltes Leben sind dabei angesagt. Wie auch eine Besinnung auf Heimat, Nation, Religion oder Weltanschauung.
Bevor ich über den dritten Weg spreche, noch ein paar Worte zum jung sein heute und früher. Einst war es einfach und schwer gleichzeitig, jung zu sein. Es gab klare Regeln, die strikt zu befolgen waren. Man wusste aber ganz genau, wann man erwachsen war. Die Männer, wenn sie ihre Berufsausbildung abgeschlossen hatten und eigenes Geld verdienten. Und die Mädchen, wenn sie „unter der Haube“ waren. D.h. verheiratet oder zumindest verlobt.
Heute ist alles anders: Hotel „Mama“ ist immer noch für die sich in Ausbildung befindlichen Dreißigjährigen geöffnet. Die Jugend ist Teil der Erwachsenenwelt geworden, aber ohne irgendwelches Mitspracherecht.
Beim Fehlen jeglicher Mitsprache treffen sich die Jungen mit den Alten, Letztere werden ihrerseits in Alters- und Pflegeheimen zum Sterben verstaut.
Was daher nottut, das ist ein Bündnis der Jungen (unter 25-Jährigen) mit den Alten (über 65-Jährigen) gegen das Establishment (25 bis 65 Jahre).
Für junge Menschen ist es aber heute ungleich schwerer, einen Platz in der Gesellschaft zu finden. Daher wirken sie oft orientierungslos.
Einst gab es starre Hierarchien, in die man hineingeboren wurde. Wenn man sich aber mit der zugewiesenen Position zufrieden gab, konnte man durchaus ein behagliches Leben führen.
Wie nun lässt sich der dritte Weg beschreiben? Es können diesbezüglich nur allgemeine Hinweise gegeben werden. Jede/r muss ihn selbst lebenslang suchen. Meine Vorschläge dazu:
- Man soll vor allem solche Dinge anstreben, von denen man nie geglaubt hat, dass man dazu fähig ist.
- Man soll all jene Ziele zu erreichen versuchen, die dazu führen, dass man über sich hinaus wächst.
- Beuge Dich jeder Macht nur so weit wie eine Weide im Wind, aber unterwirf Dich nicht!
- Hinterfrage jede Autorität, glaube nur an Dich und Deinen Lebensweg!
- Nicht das Scheitern ist das Problem, sondern danach nicht mehr aufzustehen.
- Um aber überhaupt „scheitern“ zu können, handle endlich und schreite voran!
- Vertritt Deine Ansichten mit Nachdruck! Gehe aber nicht über Leichen.
- Kümmere Dich nicht um die Meinung anderer und denk‘ positiv!
- Lebe Dein Leben und verwirkliche Deine Träume! Du hast nur das eine Leben!
Einzelne Grundgedanken in diesem kleinen Beitrag stammen aus dem Buch des französischen Philosophen Alain Badiou, der für die Beschreibung des dritten Weges ein Beispiel aus dem antiken Griechenland heranzog. Der Titel seines Buches lautete: „Versuch, die Jugend zu verderben“, edition suhrkamp, 2016.
Das Beispiel daraus: Griechische Söldner, die in Persien kämpften, hatten sich wie Donald Trump tief im Landesinnern heillos verirrt und jegliche Orientierung verloren. Trotzdem brachen sie auf. Unbeirrt marschierten sie in eine bestimmte Richtung und gelangten schlussendlich ans Meer (griechisch: Thalassa). Da die griechischen Söldner auch Seeleute waren, war Thalassa für sie das Tor zur Welt.
Die Jugend von heute muss auch nach ihrem „Meer“ suchen. Irrtümer bei der Suche sind eingeschlossen. Der Weg ist nämlich bereits das Ziel!
Dies meint Ihr Dr. Kurt Traar Wien, April 2026
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